MediaMarkt startet Partnerprogramm für selbstständige Händler
MediaMarkt sucht selbstständige Betreiber. Das neue Partnerprogramm trennt lokale Verantwortung von zentraler Warenführung und Vergütung.
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MediaMarktSaturn öffnet sein Netzwerk für selbstständige Kaufleute: Das Unternehmen hat den Start eines „Omnichannel-Partnerprogramms“ bestätigt. Betreiber sollen MediaMarkt-Standorte eigenverantwortlich führen, während wesentliche kommerzielle Aufgaben bei der Zentrale bleiben. Für die deutsche Franchise-Community ist das eine relevante Entwicklung – allerdings kein Anlass, das neue Angebot ohne Weiteres mit einem klassischen Franchisevertrag gleichzusetzen.
Neue Standorte und Umwandlungen im Blick
Über das Programm berichtete ChannelPartner am 23. Oktober 2026 zunächst unter Berufung auf die Lebensmittelzeitung. Anschließend bestätigte MediaMarktSaturn selbst, ab sofort Partnerinnen und Partner zu suchen, die als selbstständige Kaufleute Teil des MediaMarkt-Netzwerks werden möchten. Mit dem Konzept will das Unternehmen sein bestehendes Marktportfolio ergänzen.
Nach dem Bericht kommen zwei Wege infrage: Interessenten können einen bestehenden Standort in einen MediaMarkt umwandeln oder einen neuen Markt eröffnen. Damit richtet sich das Angebot nicht ausschließlich auf zusätzliche Verkaufsflächen. Auch der Wechsel eines bereits betriebenen Geschäfts unter die Marke MediaMarkt gehört zu den beschriebenen Möglichkeiten.
Das Unternehmen verweist bei der Ausgestaltung auf bewährte Partnerprogramme im Handel, etwa aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Die Grundidee verbindet lokale unternehmerische Verantwortung mit zentralen Leistungen. Partner bringen ihre regionale Marktkenntnis, operative Erfahrung und Kundennähe ein; MediaMarktSaturn stellt die übergreifenden Strukturen bereit. Der Konzern beschreibt das Programm zugleich als Bekenntnis zum stationären Handel und als Weg, neue lokale Potenziale zu erschließen.
Was Betreiber entscheiden – und was zentral bleibt
Die Aufgabenverteilung ist der Kern des neuen Angebots. Selbstständige Unternehmer übernehmen den täglichen Betrieb ihres Standorts. Dazu gehören insbesondere die Personalverantwortung, das lokale Marketing und regionale Sortimentsschwerpunkte. Diese Bereiche nennt MediaMarktSaturn ausdrücklich als Entscheidungen vor Ort.
Auf der anderen Seite bleibt die Zentrale für die wesentlichen kommerziellen Elemente verantwortlich. In seiner Bestätigung zählt das Unternehmen dazu Markenführung, Sortiment, Preise, Verkaufsaktionen, zentrale Systeme und die Verbindung mit den digitalen Angeboten. Hinzu kommen zentraler Einkauf, IT- und Logistikstrukturen sowie bundesweite Marketingkampagnen, von denen die Partner profitieren sollen.
Die lokale Verantwortung bedeutet damit keine vollständige Freiheit bei der Gestaltung des Geschäfts. Gerade beim Sortiment treffen zwei Ebenen aufeinander: Die Zentrale verantwortet das übergreifende Angebot, während Betreiber regionale Schwerpunkte setzen sollen. Wer einen Einstieg prüft, sollte deshalb die konkrete Reichweite dieser Gestaltungsmöglichkeiten klären. Entscheidend ist nicht nur, welche Aufgaben vor Ort liegen, sondern auch, innerhalb welcher zentralen Vorgaben sie ausgeübt werden können.
Vergütung statt eigenem Warenbestandsrisiko
Für die Einordnung innerhalb der Franchise-Community ist vor allem die wirtschaftliche Konstruktion wichtig. Nach dem von ChannelPartner wiedergegebenen Bericht der Lebensmittelzeitung kauft der Betreiber die Ware nicht selbst und trägt deshalb auch kein Warenbestandsrisiko. Umsatz und Warenführung bleiben demnach bei MediaMarkt. Der Partner erhält dagegen eine feste sowie eine leistungsabhängige Vergütung.
Diese Angaben stammen aus dem Medienbericht. Die ergänzende Unternehmensbestätigung beschreibt insbesondere die organisatorische Aufteilung zwischen selbstständigem Standortbetrieb und zentraler kommerzieller Verantwortung. Beide Ebenen sollten bei der Bewertung des Angebots auseinandergehalten werden.
ChannelPartner hebt ausdrücklich Unterschiede zu klassischen Kooperations- und Franchisemodellen hervor. Für Interessenten ist daher die konkrete Vertrags- und Vergütungsstruktur aussagekräftiger als die Bezeichnung des Programms. Ein Geschäft unter einer bekannten Marke zu führen, sagt für sich genommen noch wenig darüber aus, wem Waren gehören, wie Einnahmen zugeordnet werden und welche Risiken beim Betreiber verbleiben.
Aus dem beschriebenen Verzicht auf eigenes Warenbestandsrisiko lässt sich zudem keine allgemeine Risikofreiheit ableiten. Die operative Führung und die Verantwortung für das Personal liegen weiterhin beim Partner. Für eine wirtschaftliche Prüfung sollten deshalb die feste Vergütung, die Bedingungen des leistungsabhängigen Anteils und die damit verbundenen Betreiberpflichten gemeinsam betrachtet werden.
Stationärer Betrieb mit digitaler Anbindung
Die Partnerstandorte sollen vollständig in die Omnichannel-Struktur von MediaMarktSaturn eingebunden werden. Laut dem Bericht sollen neu eröffnete Märkte auch als Abholstationen für Click and Collect dienen. Das Unternehmen bestätigt außerdem, dass die übergreifenden Kundenbeziehungen und Omnichannel-Dienstleistungen Bestandteil des bekannten MediaMarktSaturn-Angebots bleiben.
Ein Partner übernimmt somit nicht lediglich einen stationären Verkaufsraum unter einer gemeinsamen Marke. Sein Standort wird zugleich Teil eines zentral organisierten Zusammenspiels aus Geschäft und digitalen Angeboten. Die Verbindung dieser Kanäle bleibt ausdrücklich in der Verantwortung von MediaMarktSaturn.
Für die Franchise-Community liefert der Start damit einen konkreten Anlass, unterschiedliche Formen markengebundener Selbstständigkeit genauer zu vergleichen. MediaMarktSaturn kombiniert lokale Betriebsführung mit zentraler Waren- und Systemverantwortung; die wirtschaftlichen Einzelheiten verdienen entsprechend besondere Aufmerksamkeit.
Praktisches Fazit: Interessierte Kaufleute sollten vor einer Entscheidung vor allem Vergütung, Personalverantwortung und tatsächliche lokale Entscheidungsrechte prüfen. Maßgeblich ist die vertragliche Aufgaben- und Risikoverteilung – nicht das Etikett des Partnermodells.



