Kamps eröffnet Franchise-Bäckerei im Allee-Center Remscheid
Franchisepartner Mohamed El Hasnaoui übernimmt die frühere Evertzberg-Fläche. Geplant sind bis zu zwölf Mitarbeitende und 30 Café-Sitzplätze.
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Kamps besetzt einen bestehenden Bäckereistandort im Allee-Center Remscheid neu: Für den 15. Oktober 2026 ist die Eröffnung im oberen Geschoss des Einkaufszentrums angekündigt. Franchisepartner Mohamed El Hasnaoui führt den Betrieb mit bis zu zwölf Mitarbeitenden. Die neue Bäckerei übernimmt die bisherige Evertzberg-Fläche im Foodcourt und verbindet den Verkauf zum Mitnehmen mit einem Café-Bereich.
Markenwechsel nach 40 Jahren am bisherigen Platz
Der Standort liegt am Theodor-Heuss-Platz 7 in Remscheid. Dort hatte Evertzberg seinen Platz im Foodcourt Ende September nach 40 Jahren geräumt. Kamps nutzt damit eine Fläche, die bereits zuvor als Bäckereistandort diente. Für die ersten drei Tage nach dem angekündigten Start sind Eröffnungsangebote vorgesehen.
Der Wechsel im oberen Geschoss bedeutet allerdings keinen vollständigen Rückzug von Evertzberg aus dem Allee-Center. Die Bäckerei bleibt auf der unteren Ebene bei Edeka Pauli erreichbar. Für die Kundschaft verändert sich somit vor allem die Markenbelegung im Foodcourt: Am bisherigen Platz zieht Kamps ein, während Evertzberg an anderer Stelle im selben Einkaufszentrum weiter vertreten ist.
Zum neuen Kamps-Betrieb gehört ein Café-Bereich mit 30 Sitzplätzen. Das Angebot richtet sich damit sowohl an Menschen, die ihren Einkauf mit einem Aufenthalt verbinden, als auch an Kundinnen und Kunden, die Produkte mitnehmen möchten. Die Eröffnung ist ein konkretes Beispiel dafür, wie eine bestehende Bäckereifläche in einem Einkaufszentrum durch einen anderen Anbieter weitergenutzt wird.
Selbstständiger Partner übernimmt den Betrieb
Als Betreiber nennt der Remscheider General-Anzeiger Mohamed El Hasnaoui. Er führt den Standort als Franchisepartner von Kamps. Nach Angaben des Centermanagements beschäftigt er dort bis zu zwölf Mitarbeitende. Die Formulierung beschreibt eine Obergrenze und ist nicht mit einer bestätigten Zahl von zwölf besetzten Stellen gleichzusetzen.
Kamps beschreibt sein Franchisekonzept als schlüsselfertige Bäckerei. Zum Modell gehören eine zentrale Warenversorgung, Unterstützung im Marketing sowie Schulungen über die eigene Akademie. Selbstständige Unternehmerinnen und Unternehmer betreiben die Bäckereien unter der Marke. In Remscheid übernimmt El Hasnaoui diese Rolle für die neue Fläche im Einkaufszentrum.
Für die deutsche Franchise-Community liegt die Bedeutung der Meldung damit nicht allein im zusätzlichen Markenauftritt. Sie zeigt auch die konkrete Aufgabenteilung des Konzepts: Ein selbstständiger Partner verantwortet den Betrieb vor Ort, während das System zentrale Leistungen bereitstellt. Die genannten Unterstützungsangebote beschreiben dabei das allgemeine Kamps-Modell und keine gesonderte Vereinbarung für Remscheid.
Eröffnung während einer geplanten Neuordnung
Die Standortmeldung fällt in eine Phase der geplanten Neuordnung bei Kamps. Die Beteiligungsgesellschaft Argos vereinbarte im März 2026 den Kauf des Unternehmens von der Le Duff Group. Vorgesehen ist, Kamps mit Bäckerei Schmidt zu einer Gruppe mit mehr als 400 Standorten zusammenzuführen. Die Kaufvereinbarung und die geplante Gruppenbildung sind dabei von der einzelnen Eröffnung in Remscheid zu unterscheiden.
Nach Angaben von Argos umfasst Kamps rund 340 Bäckereien in Deutschland und den Niederlanden. Davon werden 98 Prozent von etwa 240 selbstständigen Franchisepartnern betrieben. Diese Zahlen verdeutlichen, welche zentrale Rolle die Partner im Geschäftsmodell spielen: Der Betrieb durch selbstständige Unternehmer ist bei Kamps nicht die Ausnahme, sondern prägt nahezu das gesamte Netz.
Katharina Keil führt Kamps laut der Mitteilung weiter. Marc Kranz übernimmt als Group CEO die Verantwortung für die neue Gruppenstruktur. Die Eröffnung im Allee-Center steht somit neben einer übergeordneten Unternehmensentwicklung, bei der mehrere Bäckereimarken unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach zusammengeführt werden sollen.
Was Interessierte aus dem Standortbeispiel mitnehmen können
Für einen möglichen Einstieg nennt der Deutsche Franchiseverband weitere Eckdaten zum Kamps-System. Die Eintrittsgebühr beträgt demnach 5.000 Euro und hängt vom Konzept ab; die laufende Gebühr wird mit 7,00 Prozent angegeben. Eine Werbegebühr fällt laut Verband nicht an. Kamps betreibt demnach seit 1982 Franchising und ist zertifiziertes Mitglied des Verbands.
Diese Angaben betreffen das System und sind keine Kostenaufstellung für den Remscheider Betrieb. Insbesondere darf die Eintrittsgebühr nicht mit dem gesamten Kapitalbedarf einer Bäckereieröffnung verwechselt werden. Auch die 30 Sitzplätze und die angekündigte Teamgröße beschreiben zunächst den Standort, nicht dessen wirtschaftliches Ergebnis.
Praktische Schlussfolgerung: Wer einen vergleichbaren Franchise-Einstieg prüft, sollte Systemgebühren, vollständigen Kapitalbedarf und die konkreten Anforderungen der Fläche getrennt betrachten. Remscheid liefert dafür ein anschauliches Standortbeispiel: eine vorhandene Bäckereifläche, ein neuer Markenauftritt und ein selbstständiger Partner als Betreiber.



